©Getty Images für der Berliner Salon ©Getty Images für der Berliner Salon

Berlin Fashion Week S/S 2019

Die Berlin Fashion Week zeigte sich zur Sommer-Saison vielfältiger denn je: Neben den neun etablierten Messen, zwei Showplattformen und drei Konferenzen, zeigten die Vertreter der Fashion Week neue Kooperationen, starkes Engagement für den Standort Berlin und die deutsche Modebranche, sowie einen Zusammenhalt, aus dem Synergien entstehen, die dem deutschen Modestandort Farbe und Stärke verleihen.

Zum Auftakt der Berlin Fashion Week lud der Fashion Council Germany zum Fireside Chat ein. Modeexperten, Designer sowie Unternehmensvertreter kamen zusammen, um sich über Potenziale und Herausforderungen der Berliner und der deutschen Modebranche auszutauschen und sich zu vernetzen.

Come and Collaborate
Wie eine gelungene Kooperation aussehen kann, wurde direkt am Abend präsentiert: Die Münchner Luxus-Marke Laurèl hat sich mit dem progressiven Berliner Label Steinrohner zusammengetan. Für die Capsule Collection „Laurèl x Steinrohner“ wurden fünf Looks in Zusammenarbeit kreiert, die ab Herbst in den Laurèl Shops verkauft werden. Es ist nicht verwunderlich, dass etablierte Marken Berlin als „Place to be“ im Auge haben; stehen doch die Stadt und ihre Kreativen für einen einzigartigen Stil.


@Axel Jansen für Fashion Council Germany

Zum 90sten Geburtstag von Mickey Maus liebäugelte die Walt Disney Unternehmensgruppe  genau mit dieser Handschrift der Berliner Kreativen und ging eine Kooperation mit Designern aus Berlin und Deutschland ein. Die Geburtstagskollektion wurde im Rahmen des Berliner Salons präsentiert: Rianna + Nina und William Fan aus Berlin, sowie Strenesse, Odeeh aus dem Süden haben sich von der wohl berühmtesten Maus der Welt inspirieren lassen und jeweils einen Look entworfen, der ab Herbst 2018 erhältlich sein wird. Diese Outfits dürften zu Lieblingsstücken der Fashionistas werden.


@Berliner Mode Salon

Der Berliner Salon gehört zu den Aushängeschildern (Talentschmiede stimmt nicht ganz, da ja auch viele etablierte dabei sind) der Berlin Fashion Week und zeigte auch in dieser Saison zum einen Kollektionen von Berliner Designern, in der von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe/Projekt Zukunft unterstützten Gruppenausstellung, aber auch im Vogue Salon mit einer Selektion von jungen Marken, die es im Auge zu behalten gilt. Seit 2016 kooperiert der Berliner Salon mit Swarovski. Dieses Jahr zeigten die Labels Claudia Bertini, Julia Seemann, Horror Vacui und Working Title handgefertigte, mit Swarovski-Kristallen veredelte Looks im Vogue Salon. 

In Berlin entstehen Trends und Innovationen, Berlin ist ein Hub für Talente und Professionals. Das, so hörte man immer wieder zur Berlin Fashion Week, hat nun weitere Modeunternehmen überzeugt, ihre Kreativabteilungen nach Berlin zu verlegen. Die Büroräume sind bereits angemietet. Die Branche am Standort wächst.

Fashion-Community mit internationaler Strahlkraft 
Wer Mode liebt, lebt sie vor allem in Berlin: Magazine wie 032c, Highsnobiety und Dandy Diary tun dies leidenschaftlich und spiegeln die modische Bewegung Berlins in ihren Online-Magazinen wider. Sie sehen Mode nicht nur als Accessoire, sondern für sie ist Mode genauso, wie Musik und Kunst Ausdruck eines Lifestyles. Sie haben es geschafft , sich selbst zur Marke zu machen und eine ganze Community um sich herum zu begeistern.

So lud das Contemporary Culture Magazin 032c zur Berlin Fashion Week zum StreetMarket im Soho Haus ein. Es kam die ganze 032c-Family: Von Stylisten über Fotografen, bis hin zu Künstlern und Musikern, wie Tricky und Alex Bueskytter. Auch die legendäre Fashion Week Opening Party des Berliner Männer-Modeblogs Dandy Diary zog viele internationale Gesichter an. So tanzte einer der bekanntesten Streetstyle-Fotografen, Yvan Rodic (The Facehunter) eine Nacht vor Beginn der Fashion Week zwischen Bloggern, Journalisten, Messeveranstaltern und Models, um am nächsten Tag die Berliner Mode-Community abzulichten.

Auch Highsnobiety, das Lifestylemagazin für Sneakers, Streetwear und Kunst, holte sich Unterstützung, um die Community zur Berlin Fashion Week zu begeistern: Der Kreativdirektor der Menswear-Sparte von Louis Vuitton, Virgil Abloh kam nicht, um Mode zu zeigen, sondern legte als DJ im Rahmen der „Fashion Week Closing Party“ auf. Die Berlin-Fashion-Communities haben eine ganz eigene, ehrliche Art und Weise ihre Leidenschaft auszuleben und verbinden dabei nicht nur Kunst, Musik und Mode, sondern auch Professionalität und Kreativität und sorgen für eine starke internationale Strahlkraft. 

Wenn Mode zum Sprachrohr wird
Mode ändert sich mit gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen und ist somit, wie auch alle anderen Branchen, ständig im Wandel. Auf die Thematik des Wandels ging auch die ZEITmagazin x Vogue-Konferenz im Rahmen des Berliner Salons ein. Tillmann Prüfer, Style Director des ZEITmagazins, betonte bereits bei der Eröffnung der Konferenz, dass man keine Angst vor dem Wandel haben sollte, mit ihm eine Richtung vorgeben kann und auf den neuen Medien und Kommunikationskanälen Botschaften verbreiten solle. Auch das Designerduo Serhat Isik und Benjamin Alexander Huseby des Berliner Labels GmbH waren sich einig: „Mode kann eine Plattform für eine politische Mission sein.“ Zudem unterstrichen sie, dass es jetzt den Raum gebe, dass die Modewelt einen solchen Appell auch erhört die Zeiten sind politisch. Einige der Berliner Designer, nutzten ihre Modeinszenierungen auch bereits auf dem Laufsteg für politische Botschaften. Botter visualisierte die Thematik der verschmutzen Meere durch Plastik bereits am ersten Tag der Modewoche, in dem die Models mit Fischernetzen und aufblasbaren Gummifischen als Accessoires den Laufsteg betraten. IVANMAN ironisierte mit seiner Kollektion das Konsumverhalten, indem er auf den Kollektionsteilen in großer Typographie Worte wie „Sakko“ oder „Hose“ auf die Kleidungsstücke druckte und Possesivpronomen wie „Meins“, „Deins“ und „Seins“ hinzufügte.


@Getty Images für MBFW und KOWA BERLIN, Looks links: Botter Spring/Summer 2019, Looks rechts: IVANMAN

Auf den zwei Konferenzen im Kraftwerk ging es weniger um den Status Quo als vielmehr um die Zukunft sowie Innovationsthemen. Auf der #FASHIONTECH Berlin sprachen Vertreter internationaler Unternehmen darunter Alibaba, Mytheresa und About You über die Entwicklungen im Onlinehandel und die Wichtigkeitindividueller Kundenangebote , der den Nutzern ein Shoppingerlebnis bieten muss. Die Auswertung anonymisierter Kundendaten ist die Voraussetzung, um seine Kunden besser kennen zu lernen und ihnen bedarfsgerechtere Angebote zu machen.

Weiterhin wurden Themen, wie Personalisierung oder Shoppable Videos (Videos (ansprechende, interaktive Produktvideos mit Mehrwert für den Kunden), die auf neue Kundenbedürfnisse eingehen, als Trends im Onlinehandel hervorgehoben. Auf der FashionSustain diskutierten Experten über die Zukunft der Mode mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Unternehmensvertreter, wie beispielsweise Bandana Tewari, Editor der Vogue India wiesen unter anderem darauf hin, wie wichtig nachhaltige Produktion sei. Tewari setzte sich so in einem Editorial der indischen Vogue als Ziel, Marken und deren Zusammenarbeit mit regionalem Handwerk hervorzuheben. Des Weiteren wurden neue nachhaltige Lösungen entlang der Wertschöpfungskette vorgestellt. LiteHide beispielsweise ist ein Prozess, der nicht nur den exzessiven Verbrauch von Salz bei dem Transport von Leder komplett eliminiert, sondern auch Wasser und Verschmutzung durch den Transport minimiert.


@Premium Group

Auf allen Plattformen wurden an fünf Tagen Trends und Talente gezeigt, Innovationen diskutiert und der Austausch zwischen Old und New Economy in verschiedenen Formaten unterstützt. Am letzten Tag der Fashion Week konnte ein weiterer Erfolg gefeiert werden: Vertreter der deutschen Modebranche wurden ins Kanzleramt eingeladen, um dort Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, und Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. „Ich habe sehr viel Respekt vor der wirtschaftlichen Leistung und Bedeutung Ihrer Branche“, sagte Angela Merkel unter dem Beifall der Vertreter und Vertreterinnen der Modebranche am Freitagmittag. Dorothee Bär, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung betonte: „Die Modebranche lebt davon, Grenzen zu überschreiten. Wer wäre also besser geeignet, die Digitale Revolution als Chance zu nutzen? Die heutige Veranstaltung sehe ich als Auftakt zu einem Dialog, Fashion designed/made in Germany im digitalen Zeitalter voranzubringen. Dass die Bundeskanzlerin selbst zu dem Empfang gekommen ist, zeigt die Bedeutung der Modebranche für unser Land.“


@Fashion Council Germany

Die Sommerausgabe der Berlin Fashion Week zeigte sich aufgeschlossen, kooperativ, innovativ und mit einer starken Fashion-Community, die internationale Strahlkraft hat und diese weiter ausbauen wird.

Weiterführende Informationen:
Alle News zur Fashion Week:
https://fashion-week-berlin.com/ 

Wichtige Informationen zur Berlin Fashion Week und zur Berliner Modewirtschaft im Überblick (Stand Juni 2018):
Visual Article (PDF)

Weitere Informationen zum Modestandort Berlin: 
projektzukunft.berlin.de/themen/modewirtschaft/