Dorothea Martin

Profil

Studium/Werdegang:

Theaterwissenschaft, Theaterpädagogik, Geschichte und Literaturwissenschaft in München und Berlin, anschließend Aufbaustudiengang /Volontariat zur Eventkonzeptionerin bei treibhaus 0.8

Was ist die bedeutendste Erfindung seit Konrad Zuse?
Als technisches Gerät das Smartphone, als übergreifende Idee bzw. als alles veränderndes Netzwerk das Internet

Inwiefern sehen Sie sich in der Tradition Konrad Zuses?
Konrad Zuse hat als Reklamezeichner angefangen und immer neben aller analytischen, erfinderischen und tüftlerischen Begabung seine künstlerische Seite gelebt. Ich glaube, dass Inspiration aus vielen unterschiedlichen Quellen kommt und nicht so sehr reines Spezialistentum ist. Insofern verbinden uns Vielseitigkeit, Begeisterungsfähigkeit und Beharrlichkeit.

Wichtigstes Projekt derzeit?
imaginary friends auf- und ausbauen. Bei „Das wilde Dutzend“, einem weiteren Projekt, an dem ich mitwirke, stehen das zweite Buch und damit der zweite Storykosmos an.

Berlin ist…
genau der richtige Ort im Moment. Hier finden genau die richtigen Menschen zusammen, die ein inspirierendes Umfeld schaffen und Kreativität möglich machen. Gleichzeitig ist es nicht zu groß – man begegnet den Menschen, die man kennenlernen sollte, immer noch recht einfach. Und die Lebensqualität in Berlin, die Projekt- und Kaffeekultur, in der man sich auch eine Zeitlang treiben lassen kann, finde ich sehr beflügelnd. Ich hoffe, die Lebenshaltungskosten bleiben noch lange unter dem Level anderer Metropolen, dann wird sich Berlin auch mit Sicherheit noch eine Weile als Start-up-Standort halten können – gerade für das IT-Umfeld.

Wie sind Sie mit der IT in Berührung gekommen?
Dorothea Martin:
Die allererste Begegnung mit IT war ein Schachcomputer, der mich lange Zeit vernichtend geschlagen hat – und das, nachdem ich endlich meinen Vater besiegt hatte… Dieses Trauma setzte sich dann mit Pascal-Stunden fort – ich habe alles verdrängt und danach Computer lange Zeit in erster Linie als Schreibmaschinen benutzt. Erst auf Reisen nach dem Abitur habe ich das Internet entdeckt. Mit dem ersten Smartphone habe ich dann nachgeholt, nie einen Gameboy oder eine Konsole besessen zu haben.

Was verbirgt sich hinter imaginary friends und wie ist die Idee dazu entstanden? Dorothea Martin: imaginary friends ist ein Netzwerk für Transmedia Storytelling und Konzeption. Die Idee dazu spukte uns – das sind die Autorin Simone Veenstra und ich – schon länger im Kopf herum. Wir wollten Geschichten erzählen, die über traditionelle Buchformen hinausgehen und in konventionellen Verlagen keinen Platz gefunden hätten. Daraus wurde dann in einem ersten Schritt „Das wilde Dutzend“, eine literarische Loge und ein Verlag für Rätselhaftes und Verborgenes. Die imaginary friends sind nun die logische Weiterentwicklung. Wir haben Patrick Möller, einen studierten Informatiker und Spezialisten für Gaming und Alternate Reality Games kennengelernt und mit ihm zusammen unser Netzwerk gegründet.

Viele Menschen sind gerade auf der Suche nach Ansätzen, wie man all die neuen technischen Möglichkeiten (mobile Internet, Location-Based-Services, usw.) und die sozialen Plattformen sinnvoll nutzen kann, aber auch, wie man mit Schlagworten wie Partizipation oder Gamification umgeht. Die Medienbranchen sind im Umbruch, für die Verlagsbranche geht es jetzt gerade los. Transmedia Storytelling, also das Geschichtenerzählen über mehrere Plattformen und Medien hinweg, der Aufbau von Storywelten, kann da eine Antwort sein. Und genau das bieten wir an. Von der Stoffentwicklung, über Beratung bis hin zur Umsetzung – übrigens nicht nur für Verlage oder die Film- und Gamesbranche. Aktuell arbeiten wir an verschiedenen Projekten, suchen aber auch weitere spannende Kooperationspartner.

Wie wird sich die IT in Zukunft entwickeln?
Dorothea Martin:
Ich glaube, dass die Sichtbarkeit von Technik immer mehr in den Hintergrund treten wird, die Übergänge werden fließender und uns irgendwann gar nicht mehr auffallen.

Über die imaginary friends
Dorothea Martin, Simone Veenstra und Patrick Möller haben sich im Herbst 2010 zu den imaginary friends zusammengeschlossen. Sie bieten Beratung, Konzeption und Umsetzung für medienübergreifendes und spielerisches Storytelling an. Das Ergebnis sind interaktive Experiences, Alternate Reality Games, unterhaltsame Education-Modelle oder virtuelle Reisen und Schatzsuchen durch Raum und Zeit. Zu den Kooperationspartnern zählen Verlage, Filmproduktionsfirmen, Theaterhäuser sowie Kommunikationsunternehmen.

Kontakt
imaginary friends
Hagenauerstr. 2
10435 Berlin
Telefon: 28 88 31 99
E-Mail: info@imaginary-friends.de
Website: www.imaginary-friends.de