Women in Tech Think Tank und DISRUPTED!

Beide Veranstaltungen sind eingebettet in das interdisziplinäre Tech Open Air und unterstützt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Women in Tech Think Tank und DISRUPTED!

Beide Events vernetzen Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen – insbesondere aus Wissenschaft, Kunst und Kultur. Entsprechend vielfältig sind die Angebote. Auch 30 Berliner*Innen aus dem Technologie-Sektor, der Musik-, Kunst- und Wissenschaft-Szene werden sich an den Diskussionen und Workshops beteiligen.

Der Women in Tech Think Tank am 12. Juli bietet Frauen in der Tech-, Digital- und Medienbranche ein interessantes Forum für spannende Diskussionen und kreative Ideen.
Die Berliner Digitalwirtschaft wird zunehmend weiblicher und die Anzahl an Startup-Gründerinnen und Initiativen für weibliches Unternehmertum ist in Berlin kontinuierlich gestiegen. Unternehmen und Startups, die von Frauen (mit-) gegründet werden bzw. sich gezielt für die Rekrutierung und Förderung heterogener Teams einsetzen, gelten längst als innovativer, erfolgreicher und wirtschaftlich nachhaltiger.

Die Landesinitiative Projekt Zukunft der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe setzt sich bereits seit einigen Jahren für „Female Entrepreneurship“ ein und unterstützt Frauen beim Gründen und Arbeiten in der Digital-, Tech- und Medienbranche. Beim Women Tech Think Tank soll diskutiert werden, wie Frauen in Tech- und Digitalbranchen auch weiterhin gestärkt werden – mit dem Ziel, ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis und ein starkes Netzwerk zu schaffen. Drei sehr erfolgreiche Frauen aus der Tech- und Gründerszene: Jeannette Gusko (Communications Director, change.org) Susan Danziger (Founder & CEO, Ziggeo) und Lindsay Gellman (Journalistin New York Times, The New Yorker) konnten für den Women Tech Think Tank gewonnen werden. Sie berichten von ihren Erfahrungen und beteiligen sich an den Podiumsdiskussionen, um anschließend kleinere Diskussionsrunden zu moderieren.

Am 13. Juli hat das Tech Open Air zum ersten Mal eine außergewöhnliche Konferenz für den Mittelstand, Startups und Unternehmen im Programm. DISRUPTED! bietet Diskussionen um Best Practices, den Hindernissen und Möglichkeiten disruptiver Innovationen in einem unkonventionellen Rahmen. Gemeinsam erarbeiten Experten Strategien, wie Disruption gefördert werden kann. Dabei geht es vor allen Dingen darum, bestehende, traditionelle Geschäftsmodelle, Produkte, Technologien oder Dienstleistungen durch innovative Erneuerungen abzulösen. In maßgeschneiderten Workshops werden Strategien erörtert, wie Unternehmen eine Kultur entwickeln können, um disruptive Transformation voran zu bringen – ohne alte Traditionen vollends in Frage zu stellen. Im DISRUPTED! World Café erhalten Technologie-Experten und Kreative die Gelegenheit, sich in einem unkonventionellen Rahmen zu treffen und in lockerer Atmosphäre interessante Netzwerke zu knüpfen. 

Beide Veranstaltungen sind eingebettet in das interdisziplinäre Tech Open Air – mitten im Herzen der boomenden Berliner Startup Szene und unterstützt von der Landesinitiative Projekt Zukunft der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. 

Frauenförderung

Wie die Chancengleichheit für Frauen in der Kultur- und Medienbranche mit konkreten Maßnahmen gestärkt werden soll, das stellte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) unter dem Motto "Weil es 2017 ist...!" im Kanzleramt vor. 20 weibliche und 17 männliche prominente Branchenvertreter kündigten zudem Selbstverpflichtungen zur Frauenförderung an.

Grütters betonte, dass ab Anfang August 2017 im Deutschen Kulturrat ein Projektbüro als Anlauf- und Beratungsstelle für das Thema Chancengleichheit in der Kreativbranche eröffnet werde. Hier solle auch "eine solide Datenbasis als Grundlage für politische Entscheidungen" gepflegt werden, sagte Grütters: "Ganz gleich, ob es um Führungspositionen, um Stipendien, um Preise oder Honorare geht: Wir kommen nur voran, wenn wir Defizite klar benennen und durch harte Fakten untermauern können." In dem Projektbüro solle umfangreiches Zahlenmaterial zur fehlenden paritätischen Besetzung von Frauen und Männern in verschiedenen Bereichen gesammelt und bei Bedarf bereitgestellt werden.

Zudem werde das Büro ein Mentoring-Programm auflegen, bei dem Kultur- und Kreativfrauen von den Erfahrungen etablierter Berufskolleginnen und -kollegen profitieren können, hieß es. "Schließlich müssen wir generell den Blick für die oftmals prekäre soziale Lage gerade vieler Künstlerinnen weiter schärfen", sagte Grütters. Nötig seien Erkenntnisse, wie etwa kreative Frauen nach der Familienphase schneller wieder in ihren Beruf zurück vermittelt werden könnten, um größere Brüche in ihrem Lebenslauf zu vermeiden. 

Mehrere prominente Vertreter aus Kultur und Medien erklärten sich zudem zu Selbstverpflichtungen bereit. Das Treffen am Montag im Kanzleramt war zugleich die Abschlussveranstaltung des Runden Tisches "Frauen in Kultur und Medien". In dem Gremium hatte Grütters in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Vertretern aus Kultur und Medien über mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Branche debattiert. Im Mittelpunkt standen Themen wie: Frauen in Führungspositionen, Gremien und Jurys, Partizipation an der Kulturförderung, Lohnlücke und Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. 

Über Frauen in Kultur und Medien
Der Runde Tisch "Frauen in Kultur und Medien" war als Reaktion auf eine Studie des Deutschen Kulturrats eingerichtet worden. Der Spitzenverband der Bundeskulturverbände hatte im Juni 2016 die gleichnamige Studie "Frauen in Kultur und Medien" veröffentlicht. Demnach muss die Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbereich noch deutlich verbessert werden. 

Zwar haben laut Kulturrat-Studie heute mehr Frauen Führungspositionen in der Branche inne als noch vor 20 Jahren. Sie sind aber immer noch in der Minderzahl: Nur ein Drittel aller Museen und 22 Prozent der Theater werden demnach von einer Frau geleitet. Zudem gibt es nur zwei Intendantinnen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Auch in Chefredaktionen sind Frauen mit zwei Prozent überaus selten, hieß es. Zudem zeigte die Studie, dass Frauen in der Kreativbranche bis zu 33 Prozent weniger verdienen als Männer.