Berlin Art Week 2019

Das Jubiläum des Mauerfalls stand im Zentrum der alljährlichen Kunstschau.

Berlin Art Week 2019

Zwei Messen, 17 Museen und Ausstellungshäuser, 15 Privatsammlungen, 20 ausgewählte Projekträume und zahlreiche Galerien waren an der Berlin Art Week beteiligt. Sie fand dieses Jahr bereits zum achten Mal statt und spiegelte einmal mehr die Vielfalt, mit der Kunstschaffende unsere Stadt bereichern.

Die Kunstszene Berlins blüht: In Deutschlands Hauptstadt leben mehr als 5000 Künstlerinnen und Künstler, über 300 Galerien präsentieren verschiedenste Werke der Öffentlichkeit. Rund 700 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet die Berliner Kunstindustrie pro Jahr und schafft mehr als 7200 Jobs. Daher ist Berlin der ideale Standort für ein Event, das die Kunstszene in den Mittelpunkt rückt.

Die Berlin Art Week ist mittlerweile ein internationales Aushängeschild der heimischen Kunstszene geworden und eine große Plattform für die engagierten Künstlerinnen und Künstler in Berlin. Vom 11. bis 15. September 2019 zeigte sie ein reiches Programm rund um die zeitgenössische Kunst. Unterstützt wurde das Event von den Senatsverwaltungen für Kultur und Wirtschaft.

„Mit der Berlin Art Week gelingt es jedes Jahr aufs Neue, die verschiedensten Akteure der Berliner Kunstszene zusammenzubringen“, sagt Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH, die alle Akteure und Partner der Berlin Art Week 2019 koordinierte. „Das gemeinsame Engagement der unterschiedlichen Partner, ein vielfältiges Programm und der rege Zuspruch der Besucherinnen und Besucher unterstreichen die Bedeutung Berlins als internationalen Kunst- und Kulturstandort, an dem aktuelle Themen der zeitgenössischen Kunst verhandelt werden.“

Auch in diesem Jahr erwartete das Publikum eine Vielzahl an Programmhighlights. Anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls, rückten in vielen Kunstausstellungen die gesellschaftlichen, politischen und urbanen Entwicklungen seit dem Fall der Berliner Mauer in den Fokus. Im Gropius-Bau öffnete beispielsweise die Gruppenausstellung „Durch Mauern gehen“: eine internationale Perspektive auf von Menschen geschaffene Mauern, Barrieren und Trennungen. Unter anderen untersuchen hier Mona Hatoum, Anri Sala und Jose Dávila die physischen und psychischen Folgen des Zusammenlebens in gespaltenen Gesellschaften. Patrick Tourneboeuf hat die Grenzmauer seit 1988 dokumentiert und zeigt in spannenden Fotografien mit seiner Collection Regard die Entwicklung der Mauer. Auch die von Arch+ kuratierte Ausstellung „1989—2019: Politik des Raums im Neuen Berlin“ im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) thematisierte die Entwicklung der Stadt ab 1989. C/O Berlin zeigte in der Ausstellung „No Photos on the Dance Floor! Berlin 1989—Today“ die kreative Entwicklung der Clubszene in Berlin seit dem Mauerfall.

Weitere Höhepunkte waren die Ausstellungen von Bettina Pousttchi (Berlinische Galerie), Bjørn Melhus (Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst) und Christopher Kulendran Thomas in Zusammenarbeit mit Annika Kuhlmann (Schinkel-Pavillon). Das Projekt Statista im Haus der Statistik widmete sich Zukunftsfragen und zeigte unter anderem Lösungen, wie eine auf dem Wohlergehen von Bienen basierende Kryptowährung oder eine naturnahe Fassadengestaltung, bis hin zu nachbarschaftlichen Kooperationen. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof präsentierte außerdem die Kunstmesse art berlin junge und etablierte, internationale Galerien in den Hangars 5 und 6. Im Hangar 4 zeigten sich ausgewählte Galerien mit zeitgenössischer und moderner Kunst im Rahmen der Kunstmesse Positions Berlin Art Fair.

Ein Rahmenprogramm mit Talks, Preisverleihungen und Sonderveranstaltungen ergänzte die klassische Messe. In den zahlreichen weiteren teilnehmenden Projekträumen, Galerien, Privatsammlungen und Gruppenausstellungen wurde Kunst zur Auseinandersetzung mit Themen wie Feminismus oder Migration und fungierte nicht nur als Spiegel der Gesellschaft, sondern öffnete auch einer breiten Öffentlichkeit neue Perspektiven.

Highlights waren zudem die Preisverleihungen, die im Rahmen der Veranstaltungswoche stattfanden. Der Preis der Nationalgalerie wurde ebenso wie der VBKI-Preis Berliner Galerien und der Berlin Art Prize während der Berlin Art Week 2019 verliehen. Von Installationen über Performances bis hin zu Videoarbeiten und Skulpturen wurden mit den nominierten Werken ganz unterschiedliche Kategorien der zeitgenössischen Kunst geehrt. Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa stiftete die „Auszeichnung künstlerische Projekträume und Initiativen 2019“ und stellte dabei insgesamt 20 verschiedene Projekträume vor.

Über die Berlin Art Week

Die Berlin Art Week ist ein alljährlicher Höhepunkt der zeitgenössischen Kunst in Berlin. Sie verbindet kommerzielle und institutionelle Akteure, bündelt Kunstmessen, Ausstellungen und Kunstpreise in ein umfassendes Repertoire der Gegenwartskunst und gewährt Einblicke in private Sammlungen und Projekträume. Seit 2012 hat sie sich als ein jährlicher Fixpunkt im September etabliert: 2018 zählten die Organisatoren rund 120.000 Besucherinnen und Besucher. Damit ist die Berlin Art Week auch ein Touristenmagnet und wichtiger Wirtschaftsfaktor der Stadt.

Die Berlin Art Week ist ein Projekt der Kulturprojekte Berlin GmbH. Die Berlin Art Week wird durch die Förderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ermöglicht. Die Realisierung erfolgt mit Unterstützung der GASAG.

Tanja Mühlhans
Tanja Mühlhans

Leitung Kreativ- und Medienwirtschaft, Digitalwirtschaft, Projekt Zukunft

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