Profil
Studium/Werdegang: Kommunikations-Design (Diplom) mit Schwerpunkt Interaktive Medien an der Merz-Akademie Stuttgart, außerdem Master of Arts in European Media an der University of Portsmouth
Wichtigstes Projekt derzeit? Wir entwickeln gerade die Computerspiel-Serie „The Great Jitters“ sowie zwei interaktive Exponate für die VW Autostadt in Wolfsburg.
Was ist die bedeutendste Erfindung seit Konrad Zuse? Das Internet, denn es verbindet Menschen miteinander, macht Wissen zugänglicher und kann, wenn es nicht kaputt reguliert wird, zu einem mächtigen politischen Sprachrohr werden.
Berlin ist… ein idealer Ort für junge Menschen und bietet eine hohe Lebensqualität. Das spült viele Kreative in die Stadt. Aufgrund der eher schlechten Arbeitsmarkt-Situation machen viele Menschen aus der Not eine Tugend und erfinden sich sozusagen selbst. Dieses Phänomen ist ein bedeutender Aspekt für die Attraktivität dieser Stadt. Berlin hat kunst-stoff sehr viel gegeben, ohne Berlin wären wir heute nicht da, wo wir jetzt sind.
Wie sind Sie mit der IT in Berührung gekommen?
Patrick Rau: Als Jugendlicher habe ich mich sehr für kreative Arbeit, Zeichnen und Kunst interessiert. Mit den ersten kommerziellen Internetzugängen über Modems konnte ich plötzlich auch „digitale Werke“ erschaffen und verbreiten. Das hat mich sehr begeistert und darauf gebracht, mit dem Medium zu spielen. Im Studium habe ich das intensiviert und einige experimentelle Netz-Projekte entwickelt.
Durch meine Reisen kam mir 2000 die Idee, eine soziale Community zu gründen, couchsurfing.net. Die Community basierte auf der Theorie der „Six Degrees of Seperation“ (jeder kennt jeden um sechs Ecken), war aber nicht so erfolgreich wie die Website couchsurfing.com, die wenig später online ging. Zur selben Zeit habe ich auch an einem Multiplayer Browser Game gearbeitet. Damals hat mir aber noch der unternehmerische Geist gefehlt, um das Potenzial auszuschöpfen. Trotzdem kann ich solche Phasen des Experimentierens befürworten; sie eröffnen neue Perspektiven und fördern kreatives Denken.
Wie ist die Idee zur kunst-stoff GmbH entstanden und was verbirgt sich dahinter? Patrick Rau: kunst-stoff ist vor über zehn Jahren als Online-Galerie, digitale Spielwiese oder privates Portfolio ohne kommerzielle Ambitionen gestartet. Daraus ist ein Label mit zwei Standbeinen entstanden: Auf der einen Seite sind wir Dienstleister im Bereich der Konzeption und Entwicklung interaktiver Medien. Dazu gehören Exponate z. B. für Ausstellungen und Messen, Spiele für alle Plattformen, aber auch Dienstleistungen rund um das Thema Kommunikations-Design wie z. B. Screendesign, Video- oder 2D-/3D-Animation.
Auf der anderen Seite entwickelt kunst-stoff eigene Spiel-Produkte, z. B. das Action Learning Game „Galaxy Racers“ für Nintendo DS. Das Spiel kam 2010 auf den Markt und hat einige bedeutende Preise gewonnen. Der Prototyp für das Spiel wurde damals vom medienboard Berlin-Brandenburg finanziert.
An diesen Erfolg haben wir letztes Jahr angeknüpft und die Spieleserie „The Great Jitters“ ins Leben gerufen. Die ersten Teile haben wir über eine stille Beteiligung der IBB finanziert. Ein Spiel dieser Serie - „Pudding Panic“ - hat den Red Dot Award 2011 gewonnen, erhält außerordentlich gute Kritiken und gehört laut metacritic zu den Top 25 Spielen, die bis heute für iPhone und iPad entwickelt wurden. Und für 2011 sind wir zurzeit auf Platz 5. Darauf sind wir natürlich mächtig stolz.
Wie wird sich die IT in Zukunft entwickeln?
Patrick Rau: Der Bereich Mobile wird sicherlich immer bedeutender. Dazu kommt, dass Anwendungen und Unterhaltungsmedien nicht mehr auf eigenen Geräten installiert werden müssen, sondern über Cloud-Computing gestreamt werden können. Das bringt viele Vorteile für Verbraucher und Anbieter. Allerdings befürchte ich auch, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, wie viele Daten und Informationen sie dabei preisgeben.
Über die kunst-stoff GmbH
Die kunst-stoff GmbH entwickelt und produziert interaktive Spiele für PC/Mac, Konsolen und mobile Plattformen. Außerdem gestaltet das Team interaktive Exponate für Kunden aus Industrie und Kultur und investiert in die Entwicklung von Technologie. Die 2008 gegründete GmbH bietet Services wie Konzeption/Game Design, Storytelling und Dramaturgie, Programmierung und Illustration. Das Unternehmen beschäftigt heute 12-20 Mitarbeiter, darunter Designer, Programmierer und Autoren. Für seine Spiele hat kunst-stoff zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Ret Dot Award und den Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie Bestes Kinderspiel.
Kontakt
Kunst-stoff GmbH
Kottbusser Damm 73
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E-Mail: <link info@kunst-stoff.de>info@kunst-stoff.de</link>
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