Philipp Lanik, Co-Founder & CEO pnkfrg studios

Kategorie: Games

Profilbild Philipp Lanik vor grauem Hintergrund

Philipp Lanik, Co-Founder & CEO pnkfrg studios

© Richard Hübner

Als Co-Founder und CEO von pnkfrg studios will Philipp Lanik das Entertainment auf die nächste Stufe heben. pnkfrg studios strebt danach, die Bedürfnisse und Ansprüche der nächsten Generation mobiler Gelegenheitsspieler:innen zu erfüllen. In diesem Zusammenhang sprechen wir über Krypto-Gaming, Free-to-Play und Play-to-Earn sowie über die Zukunft des Gamings.

Sie sind Mitbegründer und Geschäftsführer von pnkfrg studios. Warum haben Sie Berlin als Standort für Ihren Hauptsitz gewählt?

Einfach wegen der Menschen. Selbst in dieser kurzen Zeit haben wir ein unglaubliches Kernteam aufgebaut, weil es in der Stadt einen großen Pool an kreativen und technischen Talenten gibt. Außerdem liegt die Stadt zentral in Europa - die Entfernung zu allen anderen wichtigen Zentren wie London, Stockholm, Helsinki oder Barcelona ist also recht kurz. Alles in allem ist Berlin eine großartige Stadt zum Arbeiten und Leben - ein erstaunliches kulturelles Angebot, hohe Lebensqualität, inspirierende Menschen, viele Grünflächen und Seen. Das einzige, was ich als Österreicher vermisse, sind die Berge.


Bis 2021 waren Sie Vice President und Studio General Manager bei King, dem Verlag, der uns die Candy Crush-Reihe beschert hat. Was macht Ihrer Meinung nach Candy Crush so zugänglich und beliebt bei den Spieler:innen? Was haben Sie in Ihrer vorherigen Position für die Gründung Ihres eigenen Studios und für die Entwicklung erfolgreicher Spiele gelernt?

Ich habe etwa acht Jahre lang für King gearbeitet, und in dieser Zeit habe ich natürlich eine Menge gelernt. Das Verständnis für ein gelegentliches Massenpublikum, die leichte Zugänglichkeit von Spielen, die Bereitstellung einer nachhaltigen Langzeitunterhaltung und alles, was mit der mobilen f2p-Wirtschaft zusammenhängt, ist nur ein Teil davon. Ich persönlich denke, dass meine Erfahrung als Leiter eines Teams wie Candy Crush und die Skalierung eines Unternehmens auf 100 Millionen täglicher aktiver Nutzer:innen immer einen bleibenden Einfluss auf mein Denken über Skalierung haben werden - und damit auf meine Arbeit und meinen Ehrgeiz.

Sie wollen ein neues Spielgenre etablieren. Was ist Ihre Vision und wie wollen Sie diese umsetzen?

Wir konzentrieren uns auf die Bedürfnisse und Anforderungen dessen, was wir die "nächste Generation mobiler Gelegenheitsspieler:innen" nennen - also das, was nach Candy Crush Saga für ein Gelegenheitsspieler:innen-Massenpublikum kommt. Mit unserem Produkt richten wir uns an die Bedürfnisse dieser Generation von Mobile Natives und Social Creators. Wir wollen, dass die Leute unsere Spiele auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder in der Pause spielen und für ihr Engagement Krypto-Belohnungen erhalten, die sie anschließend direkt im echten Leben ausgeben können - direkt, reibungslos und lohnend. Sie haben sich gerade ihren Kaffee verdient.

Bitte erzählen Sie uns mehr über Krypto-Gaming. Was gibt es bereits, und welche neuen Perspektiven bringt pnkfrg studios mit ein?

Mobile Casual Gaming, f2p-Wirtschaft und die Arbeit mit großen Spielen ist unsere Kernkompetenz. Diese Perspektive in ein Krypto-Spiel einzubringen bedeutet auch, den kompletten Zahlungsfluss rund um unser Spieler:innenlebnis zu hinterfragen und zu berühren - mit dem Ziel, das komplette Krypto-Spieler:innenlebnis so zugänglich wie möglich zu machen. Deshalb arbeiten wir auch mit den innovativsten Partner:innen aus dem Bitcoin- und Lighting-Bereich zusammen, was den Prozess selbst ebenfalls zu einem unglaublichen Erlebnis macht.

Warum ist Play-to-Earn die Zukunft des Glücksspiels?

Ich persönlich bin kein großer Fan des Begriffs "play-to-earn", da er meiner Meinung nach ziemlich irreführend ist. Für uns Spielemacher:innen steht das "Unterhaltungserlebnis" immer an erster Stelle. Es wird weiterhin verschiedene Kategorien von Spielen geben. Was wir heute als Kryptospiele verstehen, wird sich weiterentwickeln und eine weitere permanente Kategorie von Spielen sein, mit anderen Technologien und neuen Geschäftsmodellen. Die Gründe dafür liegen vor allem in der Beschleunigung der Technologien und insbesondere in der Unterstützung der "Skalierung" in diesem Technologiebereich. Darüber hinaus wird die Nachfrage aufgrund der wachsenden Generation der Mobile Natives, die ihr soziales Leben immer mehr in eine digitale Welt verlagert, weiter steigen.

Was halten Sie von der Lootbox-Diskussion und was ist der Unterschied zwischen Play-to-Earn und Glücksspiel? Wie können Sie verhindern, dass Ihre Spiele in diese Ecke gestellt werden?

Eine interessante Frage - denn alle drei Themen sind ziemlich einzigartig und es ist schwer, aus technischer Sicht Gemeinsamkeiten zwischen allen drei Themen zu finden. Unsere Spiele gehören zu keiner dieser Kategorien - können aber aufgrund der Integration von Bitcoin und dem Lightning-Netzwerk als Kryptospiele definiert werden. Nichtsdestotrotz ist Gaming die größte und am schnellsten wachsende Unterhaltungsindustrie - und bei weitem einflussreicher als Film oder Fernsehen. Als Spielemacher:innen sind wir ein großer Teil unserer Gesellschaft und des Wandels - es ist unsere Verantwortung, zuzuhören, in einem aktiven Dialog zu bleiben und diese Verantwortung in unseren Entscheidungen und Handlungen zu reflektieren.

Blockchain, Krypto, NFT, das Metaverse - Begriffe, die in der Branche in letzter Zeit nicht mehr wegzudenken sind. Wie schätzen Sie das Potenzial Berlins und der Unternehmenslandschaft ein, mit den aktuellen Trends Schritt zu halten?

Die Technologie beschleunigt sich, die Gesellschaft verändert sich, junge Menschen verlagern ihren sozialen Lebensstil immer mehr in ein digitales Umfeld. Die Spiele selbst überholen andere Unterhaltungskategorien. Die von der Technologie getriebene Nachfrage nach Sicherheit und Dezentralisierung wird in den kommenden Jahren in vielen Bereichen zu einem Paradigmenwechsel führen. Dieser Wandel wird Unternehmen die Möglichkeit bieten, zu innovieren und zu wachsen. Berlin hat viele Eigenschaften, um an diesem Wandel teilzuhaben. Es ist attraktiv für Talente und bietet ein kreatives und inspirierendes Umfeld. Aber letztendlich ist kein Ort perfekt, sondern es kommt darauf an, wie offen er für Veränderungen ist. Die Frage ist also berechtigt: Wie sieht die Strategie Berlins aus, um auf der Welle in die Zukunft zu reiten?

Dieser Beitrag stammt im Original von GamesCapitalBerlin und ist hier zu finden (in Englisch).

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Christopher Hohage

Medienwirtschaft, Medientechnologie, Games, Film- und Fernsehwirtschaft

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