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Anthony Genillard von sygns

 

Bei dem 2014 gegründeten Startup sygns dreht sich alles um individuell hergestellte Neoninstallationen und Schriftzüge. Die Gründer Anthony Genillard, Max Elverfors und Nils Lehnert haben sich während des BWL-Studiums kennengelernt und führen heute gemeinsam das Startup mit 30 Mitarbeitern. Mit der smarten LED-Röhrenleuchte „Licht 1“ will das Startup nun auch den Leuchtenmarkt revolutionieren. Co-Gründer Anthony Genillard stellt das junge Startup vor und erläutert, warum ihr Geschäftsmodell so erfolgreich ist.  

Bezahlbare Lichtinstallationen für das Wohnzimmer – so fing alles vor drei Jahren an. Wo stehen Sie heute mit Ihrem Startup?

Die Anfänge waren recht pragmatisch – wir wollten schon länger eine Neon für unsere eigenen vier Wände kaufen und waren schockiert, wie hoch die Preise in den einzelnen Galerien waren. Nach dem Besuch bei einem der letzten Glasbläser Deutschlands waren wir so fasziniert von dem Handwerk, dass wir unsere Idee kurzerhand in die Tat umgesetzt haben: bezahlbares Neon für uns und andere. 

In den letzten drei Jahren haben wir sygns in Deutschland zum Marktführer im Bereich Neoinstallationen aufgebaut. Wir sind in aller Munde und unsere Neons zieren bereits etliche Wände, egal ob zu hause oder am Arbeitsplatz unserer Kunden, in Cafés, Restaurants oder Eventlocations. Gerade in Berlin stolpert man immer öfter über unsere coolen Designs und auch außerhalb Deutschlands sind wir aktiv und bauen unsere Position dort immer weiter aus. Für einen Zeitraum von drei Jahren ist das schon ein Riesen-Erfolg und wir sind gespannt, was in den folgenden Jahren noch passieren wird.

Wie genau ist Ihr Geschäftsmodell aufgebaut?

Sygns ist eine Design- und Produktionsfirma. Wir gestalten handgemachte Neoninstallationen in Form von Editionen, die in Zusammenarbeit mit Künstlern und Designern entstehen, ermöglichen aber auch unseren Kunden die komplette Personalisierung ihres Neons. 

Sie arbeiten mit Ihrem Startup eng mit Neonglasbläsern zusammen, eine Branche, die stark zu kämpfen hat. Man kann sagen, dass Sie dem Handwerk zu einem neuen Boom verholfen haben…

Mittlerweile haben wir uns ein großes Netzwerk aus Glasbläsern in ganz Europa aufgebaut. Das war auch notwendig, denn die Ausbildung zum Glasbläser ist in den letzten Jahrzehnten leider immer unattraktiver für junge Leute geworden. Den letzten Azubi gab es laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks im Jahr 2009. Deswegen war es anfangs auch ziemlich schwer für uns talentierte Glasbläser zu finden, die auch ähnliche Visionen haben wie wir. Unser Ziel für die Zukunft ist es, vor allem jüngere Zielgruppen von Neon zu begeistern und sie zu ermutigen das Glasbläserhandwerk zu erlernen, um sicherzustellen, dass das Medium Neon in 50 Jahren immer noch existieren wird.

Mit Kiën und dem Produkt „Licht 1“ will Ihr Startup den LED-Leuchten-Markt erobern. Woher kam die Idee, neben der klassischen Neonröhre nun auch Leuchten zu entwerfen?

Unser Ziel war es, eine Lichtquelle zu kreieren, die sich den Bedürfnissen des Nutzers anpasst. Licht 1 ist eine dimmbare Leuchte, die den natürlichen Zyklus des Tageslichts simuliert und einfach über das Smartphone durch eine von uns kreierte App gesteuert werden kann. Licht 1 sieht aus wie eine einfache Leuchtstoffröhre und ist in verschiedenen Größen und Materialien erhältlich. 

Die LED-Leuchten werden mit Hilfe eines 3-D-Druckers hergestellt – wie kamen Sie auf die Idee? 

Wir haben uns für die Verwendung dieses Verfahrens entschieden, da einige Teile, welche in der Lampe verbaut werden, von Grund auf neu aufgebaut werden müssen, damit sie neue Funktionen erhalten. Mit dem 3-D-Drucker ging es außerdem wesentlich problemloser und schneller als in Handarbeit.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei Ihren Produkten eine große Rolle – wie genau setzen Sie das um?

Wir versuchen bei all unseren Produkten auf nachhaltige Materialien zurückzugreifen. Licht 1 ist eine stark energiesparende Lampe, die das Licht mithilfe von Midpower LEDs erzeugt. Damit wird komplett auf die Verwendung von Edelgasen verzichtet. 

Was haben Sie für das kommende Jahr geplant – mit welcher Produktion gehen Sie demnächst an den Start?

Die letzten Wochen haben wir uns noch voll und ganz auf das Weihnachtsgeschäft konzentriert und die selbstentworfenen Neonröhren unserer Kunden. Was im nächsten Jahr kommen wird, ist noch vollkommen offen. 

Berlin gilt nach wie vor als Startup-Metropole – warum kommen so viele Gründer Ihrer Meinung nach in die Stadt? Auch Sie haben Ihre Firma hier angesiedelt…

Berlin bietet für Gründer einfach die besten Möglichkeiten zum Netzwerken und schafft es immer wieder uns zu inspirieren. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir sehr viel mit Künstlern und Designern zusammenarbeiten, ist ein gut funktionierendes und großes Netzwerk unerlässlich. Durch die hohe Dichte an Startups und dem Ruf der Stadt, zieht es außerdem auch viele junge und talentierte Arbeitskräfte hierher. Berlin ist dadurch mit keiner anderen deutschen Stadt zu vergleichen. Aus diesem Grund haben wir uns damals dazu entschieden hier zu arbeiten und auch zu leben.

Zu guter Letzt: Könnten Sie bitte folgenden Satz vervollständigen: „Berlin ist…“

… die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten!