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EduTechMap Berlin zur Corona-Pandemie aktualisiert

Anfang März hat die Technologiestiftung Berlin eine digitale Karte online gestellt, die eine Übersicht über digitale Bildungsangebote in der Hauptstadtregion bietet. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde die Map noch einmal stärker an die besonderen Bedürfnisse von Lehrer*innen und Eltern angepasst.

Die Corona-Pandemie hat eines gezeigt: Schnelles Internet für Schulen und digitale Bildungsangebote für Schüler und Lehrer sind wichtiger denn je – und das stellt auch das Bildungssystem vor neue Herausforderungen. Die rasante Entwicklung neuer Medien und Technologien benötigt ein hohes Anpassungstempo und eine virtuelle Plattform, auf der alle Angebote übersichtlich gebündelt sind.

Die EduTechMap Berlin des Bereiches Empowerment & Capacity Building der Technologiestiftung Berlin bietet für die Hauptstadtregion so eine Seite mit einem genauen Überblick über die digitalen Angebote im Bildungsbereich. Das reicht von Inhalten wie Coding-Angeboten über digitale Lehrmaterialien bis hin zu Organisations-Tools: „Wer unsere Seite besucht, sieht zunächst einmal eine Karte, auf der man die Anbieter von digitalen Bildungsangeboten anklicken kann. Man kann aber auch nach Inhalten gefiltert suchen: Lehr- und Lernmaterial – Software/Apps, Lehr- und Lernmaterial – Audiovisuelle Medien, Services/Plattformen und schließlich Hardware. Wählt man eine dieser Kategorien an, kann man die Suche noch in weiteren Unterkategorien spezifizieren. Daneben gibt es die Möglichkeit, als Institution oder privater Nutzer zu suchen“, erläutert Dr. Dieter Müller, der den Bereich Empowerment & Capacity Buildung leitet.
 

Digitale Bildungsangebote in der Hauptstadtregion

Hinter der Karte steht eine Datenbank, in die die Einträge in Abstimmung mit dem jeweiligen Anbieter eingepflegt werden, die sich bei den Initiatoren gemeldet haben. Die Karte listet nicht nur kommerzielle Anbieter auf, sondern auch viele Angebote zu digitaler Bildung, die aus dem Schulalltag heraus entstanden sind und jetzt geteilt werden: „Dies geht auf eine Veranstaltung mit dem Fokus auf digitale Bildungstechnologien Ende 2018 zurück, in der uns die Teilnehmer*innen ein Informationsdefizit zu den entsprechenden Angeboten im Bereich der schulischen Bildung signalisiert haben. Mit der Karte machen wir sichtbar, was an der Schnittstelle zwischen der (schulischen) Bildungslandschaft und der Berliner IT- und Kreativszene alles entstanden ist“, erläutert Müller.

Die EduTechMap ging bereits Anfang März – noch vor der Corona-Pandemie – online. Dr. Dieter Müller: „Tatsächlich war nicht die aktuelle Pandemie Auslöser für unser Projekt, sondern das uns gespiegelte Informationsdefizit über die Angebote und Kompetenzen bei digitalen Bildungsinhalten und -tools. Hier haben sich in den letzten Jahren viele Initiativen und Unternehmen entwickelt, die das Bildungssystem digital unterstützen und verbessern wollen. Diese Szene profitiert vom Startup-Ökosystem in Berlin und den guten Vernetzungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund haben wir für die Recherche und die Erstellung der Karte auch eine Förderung durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe erhalten.“ Die Resonanz auf die Karte sei sehr positiv – sowohl auf Seite der Anbieter als auch auf Seite der Nutzer, so Müller.

Krise als Chance begreifen

Die Corona-Pandemie hat den Bedarf nach leistungsfähigen digitalen Infrastrukturen in den Schulen und nach digitalen Bildungsinhalten noch einmal mehr deutlich gemacht. Denn es ist absehbar, dass der Schulunterricht auch weiterhin aus einer Mischung von Präsenzunterricht und digitalem Lernen von zu Hause aus bestehen wird. Mit einem Sofortprogramm des Bundes von 550 Millionen Euro sollen für Schüler*innen bundesweit mobile Endgeräte angeschafft werden. Zudem wird der DigitalPakt Schule vorangetrieben, um die digitale Ausstattung der Schulen und Lehrkräfte zu gewährleisten.

Schulen, Lehrer*innen und Schüler*innen sollen angesichts der Corona-Krise kurzfristig deutlich stärker finanziell bei der Digitalisierung unterstützt werden – auch bei der Logistik, wie Dieter Müller betont: „Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung moderner Tools und digitaler Inhalte ist eine leistungsfähige Netzwerktechnik in der Schule, die kompetent gepflegt wird. Doch beginnen die Schwierigkeiten meist schon bei der Beschaffung, da zu oft in engen haushälterischen Kategorien gedacht wird und teilweise auch die Kompetenz fehlt, Investitionsentscheidungen angemessen zu treffen. Viele Schulen sind da engagiert vorangegangen – doch häufig (notgedrungen) als Einzelkämpfer. Dies rächt sich jetzt, da eine große Heterogenität bei den beschafften (oder sogar „selbstgestrickten“) Lösungen sowohl hard- als auch softwareseitig den Service erschwert und tatsächlich auch die Sicherheit beeinträchtigt.“

„Insoweit haben wir die Hoffnung, dass die jetzige Krise auch als Chance begriffen wird, tragfähige Strukturen für die Nutzung der DigitalPakt-Mittel zu schaffen und auch den großen Fortbildungsbedarf in Schule und Verwaltung gezielt und mit ausreichenden Mitteln anzugehen“, so Müller weiter. Momentan sind auf der Seite 200 Anbieter gelistet (Stand 1. August 2020), davon mehr als 90 mit Corona-tauglichen Angeboten. Etwa die Hälfte davon wiederum wendet sich an private Nutzer*innen, der Rest auch an Pädagog*innen und Schulen.

Weiterer Ausbau der EduTechMap geplant

Unabhängig von der Corona-Entwicklung soll die Karte weiter gepflegt und bekannt gemacht werden, es werde laut Müller nicht bei der Momentaufnahme bleiben: „Wir arbeiten unter anderem daran, unsere eigenen Angebote mit der „Hacking Box“ in Form von „Home Schooling Boxen“ aufzuarbeiten, die dann als OER (frei lizensierte Bildungsmaterialien) bei uns heruntergeladen werden können. Wir sind also selbst auch Anbieter, engagieren uns nicht nur als Vernetzer.“

Interessierte Unternehmen aus der digitalen Bildung können ihre Angebote in der Map per Email unter bildung@technologiestiftung-berlin.de listen lassen.