ZukunftsköpfeJulian Jost von Spacebase

Julian Jost von Spacebase

Wer in Berlin einen Workshop ausrichtet, muss nicht mehr die einzelnen Anbieter von geeigneten Räumlichkeiten abtelefonieren. Über die Plattform Spacebase lassen sich Räume für eigene Veranstaltungen vergleichen und buchen. Ein bisschen wie Airbnb – nur, dass beim Vermieten von Eventflächen im Geschäftsbereich nichts schief gehen darf: Wehe, der Beamer funktioniert nicht oder das Catering kommt zu spät. Projekt Zukunft sprach mit Spacebase-Gründer und Geschäftsführer Julian Jost darüber, was einen guten Workshop ausmacht und welche Rolle der richtige Raum dabei spielt.

Herr Jost, Sie haben selber bereits als Unternehmensberater gearbeitet. Welche Erinnerungen haben Sie noch an damalige Workshops und Fortbildungen?

Grundsätzlich ist es so, dass im Geschäftsleben unendlich viele Workshops und Meetings stattfinden. Beliebt sind auch Kreativworkshops oder Teamevents, um eine Unternehmenskultur zu bilden. Auf dem Papier hört sich das auch gut an. Man rutscht aber schnell in krasse Routinen rein: in Meeting-Marathons ohne Agenda und klares Konzept.  Oft finden diese Workshops in einfachen und immer gleich-langweiligen Tagungsräumen statt. Das kann eigentlich nicht sein.

Wo genau liegt das Problem?

Diese Räume sind nicht kreativitätsfördernd. Wieso sollen sich Menschen stattdessen nicht in einer Atmosphäre treffen, die auch zum Ziel des Meetings beiträgt? Bevor wir Spacebase gegründet haben, dachten wir: Schauen wir uns doch mal an, was es am Markt für Räume gibt und wie wir sie vermarkten können. Und siehe da: In jeder Stadt gibt es unheimlich schöne, spannende Räume, aber als Otto-Normal-Organisator hat man keine Chance, diese zu buchen. Über den Ansatz Sharing-Economy, also das gemeinsame Nutzen von Kapazitäten, haben wir dann unsere Plattform entwickelt. Wer über einen guten Raum verfügt, kann diesen bei uns einstellen.

Sie sind allerdings erst seit Sommer 2015 mit der jetzigen Plattform online. Damit sich für Eventorganisatoren der Besuch ihrer Plattform lohnt, benötigen diese bereits einige verfügbare Angebote. Wie vielfältig sind Ihre Räumlichkeiten so kurz nach dem Start?

Berlin ist ganz klar unsere Kernstadt. Insgesamt sind hier 250 Räumlichkeiten im System registriert. Auch in Paris und Hamburg haben wir inzwischen ganz gut Fuß gefasst. Zur Zeit möchten wir in Deutschland expandieren. Natürlich sind wir als Startup noch immer auf einem beschaulichen Niveau, allerdings verdoppeln sich unsere Buchungen zur Zeit jeden Monat. Es kann so weiter gehen!

Stammen Ihre Kunden aus einem bestimmten Bereich?

Nein, auch wenn Beratung und Consulting natürlich prädestiniert sind. Wir haben ganz unterschiedliche Kunden, darunter sind einige große Konzerne - auch die Deutschen Bank oder die Deutsche Bahn haben schon bei uns Konferenzräume gebucht -, aber auch Freelancer und Startups. Allerdings sind über 80 Prozent Geschäftskunden. Auch auf Seite der Vermieter von Räumen überwiegen die professionellen Anbieter. Allerdings gibt es auch einige, deren Kernkompetenz eigentlich nicht der Veranstaltungsbereich ist. Beispielsweise hat ein Photostudio nicht zwangsläufig Bestuhlung für 50 Leute, kann aber für bestimmte Anlässe ein toller Workshopraum sein. Dann ist es besonders wichtig, dass wir unterstützen. 

Das heißt, Sie sind mehr als eine reine Vermittlungsplattform für Räumlichkeiten?

Wir koordinieren die Gesamtpakete mit mehreren Vertragspartnern, also auch zusätzliche Services wie beispielsweise Bestuhlung oder Catering. Schließlich ist ein Meeting wie ein Event, das man sauber durchplanen und vorbereiten muss. Wer über uns bucht, den unterstützen wir im gesamten Prozess darin, die Qualität des Meetings oder des Workshops zu verbessern. Inzwischen haben wir einen so guten Überblick über den Markt, dass wir dafür häufig direkt die richtigen Partner vermitteln können. Die Buchung läuft dann immer über unsere Plattform, einen Teil erhalten wir als Provision.

Herr Jost, eine letzte Bitte: Können sie diesen Satz vervollständigen: “Berlin ist…

…die Heimat kreativer Konferenzräume.”

Vielen Dank für dieses Gespräch.

 

 

Julian Jost absolvierte sein Studium im Bereich Wirtschaftswissenschaften und Management und arbeitete zunächst als Unternehmensberater bei Roland Berger. Gemeinsam mit seinem Business-Partner Jan Hoffmann-Keining sowie Stephan Ekbergh gründet er im August 2014 die Spacebase GmbH.