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Kunst bringt Kohle

Ist das Kunst oder kann das weg? Diese etwas despektierliche Frage kann für den Standort Berlin klar beantwortet werden: Ja, das ist Kunst und nein, das kann nicht weg. Denn Berlins Kunstszene hat eine immense Bedeutung für die Stadt. Sowohl für ihr Image, als auch in Sachen Wirtschaftsfaktor. Das hat eine kürzlich veröffentlichte Studie der Investitionsbank Berlin (IBB) unter dem Titel „Die Bedeutung von Kunsteinrichtungen als Image- und Wirtschaftsfaktor“ herausgefunden.

Die IBB-Volkswirte messen darin einen deutlichen Anstieg bei den Besucherzahlen von Ausstellungen. Und das ist gut für die lokale Wirtschaft. Im Jahr 2013 setzten die Galerien der Hauptstadt 266 Millionen Euro um, ein Anstieg um knapp sieben Prozent zum Vorjahr. Und auch, wenn es noch keine offiziellen Zahlen für das abgelaufene Kalenderjahr gibt, sollen die Erlöse für 2015 bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Aber nicht nur die Galerien profitieren. Berlins Kunstszene ist international anerkannt und lockt so viele Touristen in die Stadt. Drei von vier Galeriebesucher kommen nicht aus Berlin. Und wer als Tourist in der Stadt ist, bezahlt nicht nur die Eintrittsgelder für die Galerien, sondern gibt sein Geld auch in den umliegenden Geschäften und Cafés aus. Touristen geben durchschnittlich rund 205 Euro pro Tag aus. 205 Euro.

Aber nicht nur Touristen zieht das breite Kulturangebot in die Stadt, auch der Freizeitwert für Berliner steigt dadurch. Daran haben sowohl die Galerien rund um Checkpoint Charlie, die Auguststraße in Mitte sowie die Postdamer Straße ihren Anteil als auch die großen Player wie das Ausstellungshaus C/O Berlin oder das Gallery Weekend. Am letzten Aprilwochenende ist es wieder soweit, das Gallery Weekend (29. April bis 1. Mai) begrüßt über 20.000 Besucher in der Stadt, darunter viele internationale Sammler. Rund 50 Berliner Galerien beteiligen sich mit besonderen Ausstellungen, Programmen, Künstlertalks und vielem mehr.

Wie groß der Erfolg in den letzten Jahren war, zeigt auch eine skurrile Anekdote: Der Andrang war so groß, dass an Knotenpunkten der Ausstellungsquartiere zeitweise sogar eine Verkehrsregelung notwendig war.