Neu in BerlinIllustration 5G in der IndustrieIllustration 5G in der Industrie ©️ Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e.V.

Neu in Berlin: Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e.V. (WvSC e.V.)

An Technologien der Zukunft mit dem Fokus auf Additive Fertigung, neue Materialien und Digitalisierung der Produktion wird im gemeinnützigen Verein Werner-von-Siemens-Centre for Industry and Science (WvSC e.V.) bereits seit 2019 geforscht und erprobt. Es ist die erste aktive Kooperation von mehr als 20 Partner*innen aus Wissenschaft, Unternehmen und Forschung in der Siemensstadt Square.

Der WvSC e.V. ist eine Initiative der Siemens AG, der Fraunhofer-Gesellschaft, der TU Berlin und der Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung und weiteren Unternehmen und Einrichtungen. Der WvSC e.V. hat sich der Förderung des aktiven Austauschs zwischen Wissenschaft, Forschung und Industrie verschrieben. „Wir haben als Verein auf den Flächen des ehemaligen Siemens-Dynamowerkes eine Fabrikfläche angemietet. Auf dieser Fläche bauen wir ein fabrikähnliches Labor auf, in dem wir dann die Produktionsforschung betreiben. Denn wenn man etwas produziert, ist es nur schwer möglich, Neuerungen zu testen, da ja sonst die Produktion stillstehen würde“, erläutert Kathrin Bischoff, Referentin der Geschäftsführung des WvSC e.V.

Der WvSC e.V. initiiert und ermöglicht auf dem Industrie- und Wissenschaftscampus Forschungsprojekte und Bildungsangebote zu treibenden Zukunftsthemen. Zu seinen satzungsgemäßen Schwerpunkten gehören: produktionstechnischer Wandel, Mobilitäts- und Energiewandel. Dies miteinander zu verbinden sei entscheidend für den Standort Berlin und den Erhalt von modernen urbanen Industriearbeitsplätzen, so Bischoff. Die Produktionsstätten existieren seit 2019 und es sollen neben der Produktionsstätte auch Co-Working Spaces ausgebaut werden: „Wir ermöglichen, dass die Forscher*innen von den verschiedenen Einrichtungen zu uns kommen und gemeinsam mit Ingenieur*innen und Werker*innen aus Industrie, KMU und Startups bei uns arbeiten.“

5G-Campusnetz – gefördert von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Zur Erforschung und Erprobung des Zukunftsthemas Mobilitätswandel entstand auf den Labor- und Freiflächen des WvSCe.V. als eines der Forschungsfelder ein 5G-Campusnetz. Dies wird unter anderem dazu benötigt, um autonom fahrende logistische Transportfahrzeuge ins Rollen zu bringen. Die Masse an Daten und deren Übertragungszeit sind ein zentraler Faktor im industriellen Wandel. Um die optimale Funktionalität von Anwendungen zu garantieren, soll das 5G-Netzwerk die Datenübertragung für Anwendungen in Echtzeit ermöglichen. Mit Hilfe von Edge-Clouds werden steigende Datenmengen zeitnah analysiert und erlauben damit sowohl den Einsatz einfacher mobiler Geräte als auch die schnelle und flexible Anpassung der Algorithmen zur Analyse und Steuerung.

Das Projekt „5G-basierte autonome Logistik“ wird zusätzlich zur Förderung des Aufbaus der Co-Working-Location von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SenWEB) gefördert: „Wir wollen den autonomen Transport im industriellen Umfeld in Echtzeitübertragung erforschen und dadurch die industriellen Abläufe optimieren.“ erläutert Frau Kathrin Bischoff. Die Forschungsergebnisse sollen auch auf weitere Anwendungsbereiche übertragbar sein. Der Wissenstransfer zu anderen Berliner Unternehmen und Einrichtungen ist Teil des geförderten Projekts.

5G – ein neuer Maßstab für die Industrie und den Mobilitätswandel

Bei der fünften Generation des Mobilfunks (5G) sind durch eine Reihe technischer Innovationen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 2000 Megabit pro Sekunde zu realisieren. Diese Technologie ermöglicht eine vielfach höhere Datenkapazität und extrem geringe Reaktionszeiten. Der superschnelle Mobilfunkstandard 5G ist neben Glasfaser die Grundlage der vernetzten Gigabit-Gesellschaft, in der Anwendungen in Echtzeit ausgeführt werden.

Ein wichtiges 5G-Einsatzfeld ist die Industrie 4.0. Mit ihren vernetzten Wertschöpfungs- und Lieferketten, der breitflächigen Sensorüberwachung von Produktionsanlagen und miteinander interagierenden Robotern ist sie auf eine leistungsfähige Kommunikation angewiesen. „Für Industrieanlagen wird ein privates 5G-Netz benötigt, das auch aus Cyber-Security-Gründen nicht mit dem öffentlichen Mobilfunknetz verbunden sein sollte. Der größte Vorteil ist jedoch, dass das 5G-Netz natürlich wesentlich schneller als WLAN und für viele Anwendungen auch viel besser geeignet ist, da viel stabiler.“, so Bischoff. Sie erläutert weiter, welche Aufgaben autonome Transportfahrzeuge und Roboter in der Logistik der Zukunft übernehmen und wie mittels Augmented Reality Informationen zu Maschinen sichtbar und nutzbar gemacht werden können. Dies sind aber nur einige von vielen Anwendungsbereichen. Denn auch im alltäglichen Leben wird die 5G-Technologie immer mehr Bedeutung im Zusammenhang mit Smart Cities und im Mobilitätswandel erfahren.

Siemensstadt Square bzw. Siemensstadt² – ein offener Forschungsstandort für Berlin

„Das Projekt läuft noch bis Ende des Jahres, auch wenn die ganze Bandbreite des Themas 5G dann natürlich noch nicht komplett abgeschlossen sein wird“, so Bischoff. Parallel zu diesem Pilotprojekt zur autonomen Logistik ist die Umsetzung weiterer 5G-Anwendungsfälle im industriellen Umfeld bereits in Planung: „Daher freuen wir uns jederzeit über Interessent*innen und Anwendungspartner*innen, die Lust hätten, mit uns Folgeprojekte umzusetzen und zu gestalten. Denn wir sind offen für neue Impulse, neue Technologien und neue Partner*innen. Genau das ist auch Kerngedanke der Siemensstadt Square: – ein offener Kiez, in dem Berliner*innen gemeinsam wohnen, forschen und arbeiten.“

Über den Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e.V.

Der WvSC e.V. im neuen Zukunftsort Siemensstadt Square bzw. Siemensstadt², war bisher unter dem Begriff Industrie- und Wissenschaftscampus Berlin (IWCB) bekannt und bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie.

Es stehen für den Zeitraum 2019 bis 2029 GRW-Fördermittel für den Ausbau von Co-Working-Locations des WvSC e.V. zur Verfügung. Die Kofinanzierung in gleicher Höhe wird durch die Mitglieder des WvSC e.V. bereitgestellt. Somit kann der Wirtschaftsstandort mit insgesamt 15 Millionen Euro entwickelt werden.

Die Förderung des Projekts „5G-basierte autonome Logistik“ durch die SenWEB (80 Prozent Förderanteil und 20 Prozent Eigenanteil des WvSC e.V.) erfolgt ergänzend zur GRW-Förderung.