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Sophie Vo, Berliner Studioleiterin Voodoo

Sophie Vo ist Game-Lead und Leiterin des Berliner Studios des erfolgreichen, französischen Mobile-Game-Startups Voodoo. Beim GamesCapitalBerlin gibt sie einen Einblick in die Welt der Hypercasual Games, das Berliner Ökosystem und spricht über die Vielfalt in der Branche.

Voodoo schießt in den Himmel und erweitert den Blick auf alle hyper-casual Games. Erzählen Sie uns mehr über das Unternehmen und Ihr Erfolgsrezept.

Ich bin erst kürzlich zu Voodoo gekommen, daher berichte ich aus der Sicht eines Neuankömmlings, der das Unternehmen mit neuen Augen betrachtet. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung im Gaming-Bereich und meiner Arbeit für mehrere Organisationen würde ich sagen, dass das Einzigartige an Voodoo die Kultur ist. Es liegt ein starker Fokus auf den Menschen, unseren Werten und wie sie sich in unserer Arbeitsweise niederschlagen. Die Werte sind auf unserer Website öffentlich und haben sich seit den Gründungstagen nicht geändert. Ein Wert, der für mich am Stärksten ist, ist das Eigentum, und es ist nicht nur ein schönes Wort an der Wand. Wir haben viel Autonomie, Vertrauen und Verantwortung in unserer Arbeit, und das hat es dem Unternehmen ermöglicht, schnell voranzukommen und innovativ zu sein, wie wir Dinge tun und welche Spiele wir machen, was zu dem Erfolg führt, den wir heute kennen.

Voodoo ist gerade erst vor ein paar Monaten in Berlin gelandet. Warum haben Sie sich für den neuen Standort Berlin entschieden und was will das Unternehmen hier erreichen?

Berlin war schon immer eine Stadt, die mir am Herzen liegt: Kunst, Kultur, die großen Parks und Seen, mein enger Freundeskreis. Ich habe hier drei Jahre lang gelebt, bevor ich für einen anderen Job nach Finnland gezogen bin. Dann kam die Gelegenheit, mit Voodoo ein neues Spielestudio zu bauen, und ich überlegte, nach Berlin zurückzukehren. Ich konnte die Stadt frei auswählen, in der ich anfangen konnte und ich entschied mich für Berlin!

Berlin ist in den letzten Jahren als Spielehub in Europa stark gewachsen. Weitere Spielefirmen haben sich entschieden, hier ein Studio zu eröffnen, wie etwa Etermax, Ubisoft, Huuuge Games oder Voodoo, und jedes Jahr werden neue interessante Indie-Firmen gegründet. Ich habe die Verbindung mit der Gaming-Community in Finnland sehr genossen und sehe das Potenzial, dasselbe jetzt hier in Berlin zu tun. Die Stadt ist auch ein sehr attraktiver Ort zum Leben, international und zu angemessenen Lebenshaltungskosten, was es attraktiv macht, große Talente aus der ganzen Welt an Bord zu haben.

Im Moment baue ich ein sehr vielfältiges und internationales Team auf.

Sie haben viele Jahre als Produkt- und Game-Lead bei Wooga in Berlin und bei Rovio in Helsinki gearbeitet. Können Sie uns etwas mehr darüber erzählen, warum Sie sich entschieden haben, mit Voodoo nach Berlin zurückzukehren?

Nach 10 Jahren Erfahrung in Spielen – involviert in allen Phasen der Entwicklung eines Mobile Games – fühlte ich mich bereit, mit meiner kreativen Vision ein Studio aufzubauen und neue Arten von Spielen zu erforschen. Es passte perfekt zu Voodoo mit seiner soliden Position bei Hypercasual-Spielen und zu mir selbst mit dem Hintergrund bei ausgereiften Casual-Mobile-Spielen. Ich möchte mit dem neuen Studio tiefere Erfahrungen jenseits der Hypercasual-Spiele erkunden und ein breites Publikum von Nicht-Spielern auf Mobilgeräten bedienen.

Sie haben jahrelang dazu beigetragen, die Spielebranche vielfältiger zu machen. Was muss sich Ihrer Meinung nach noch ändern?

Es war ein sehr wichtiges Thema für mich, da ich mich leider oft als die einzige weibliche Spielleiterin in der Organisation gesehen habe (oder manchmal als die einzige Frau im Team!). Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft mehr Frauen die Spieleentwicklung leiten, insbesondere wenn wir behaupten, Spiele für ein globales Publikum zu entwickeln. Ich bin froh zu sehen, wie weit es in Finnland mit einigen weiblichen CEOs gekommen ist, aber es gibt noch viel zu tun! Durch meine Position in der Branche glaube ich, dass ich mehr Frauen die aufregenden Positionen vermitteln kann, die wir in Spielen haben, und andere Frauen coachen kann, um die Entwicklung von Spielen zu leiten, sodass wir eines Tages mehr Ausgewogenheit in der Führung von Spielen sehen. Aber es geht nicht nur um die Geschlechter, wenn ich an Vielfalt in einem Team denke, sondern auch darum, unterschiedliche Sichtweisen und Perspektiven in einer Gruppe zu haben. Dies liegt zum Beispiel an der Geschlechterdiversität, aber auch an der kulturellen oder pädagogischen Vielfalt. Um dies zu erreichen, brauchen wir Führungskräfte, die die Bedeutung des Problems verstehen und diese Unterschiede als Stärke und nicht als Bedrohung erkennen.

Welche Projekte und Ideen sind für die Zukunft von Voodoo bereits in Vorbereitung?

Voodoo beschäftigt sich nicht nur mit Hypercasualisierung und Veröffentlichung von Spielen, sondern auch mit verschiedenen anderen Bereichen. Wir arbeiten zum Beispiel an Apps. Kürzlich haben wir auch ein in London ansässiges Studio namens „Gumbug“ erworben. Sie kommen aus der Mitte der Kernphase und werden an den LiveOps unserer Hit-Spiele arbeiten, ein starker Schwerpunkt für uns im Moment. Wir möchten, dass die Partner-Studios weiterhin das tun, was sie wirklich lieben: neue innovative Spiele zu entwickeln, und wir stellen sicher, dass diese Spiele mit den von uns bereitgestellten Technologien, Mitarbeitern und Tools die bestmögliche Lebensdauer haben. Was mein Studio angeht, möchte ich gerne mehr Erfahrungen machen, die für ein Publikum ohne Gamer bestimmt sind. Das Team wird sich bis Ende des Jahres herausgebildet haben und wir sind alle sehr gespannt darauf, damit zu experimentieren!

Das Interview mit Sophie Vo wurde zunächst auf GamesCapital.Berlin veröffentlicht und findet sich hier.