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Was wurde aus: Crate.io?

Christian Lutz, Founder und President von Crate.io, gab uns einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen des mittlerweile internationalen Software-Unternehmens. 2013 im österreichischen Vorarlberg gegründet, wollte sich das Gründungsteam von Crate.io einen digitalen Traum verwirklichen: Unternehmen die Möglichkeiten zu bieten, wertvolle Erkenntnisse aus Big Data zu gewinnen und daraus datengetriebene Entscheidungen zu treffen, die den Geschäftserfolg von Kunden deutlich steigern. Damit schufen die Gründer eine wichtige Grundlage, um die Datenexplosion im Zuge der Digitalisierung mit Hilfe einer neuen Technologie zu nutzen. Die Datenbank-Software ist speziell für umfangreiches Datenvolumen und Echtzeitanalysen optimiert – und schafft so deutliche Performance- und Kostenvorteile gegenüber traditionellen Systemen, deren Grundlagen in einer Epoche ohne Internet, Cloud, künstliche Intelligenz und Big Data gelegt wurden. 

Die wichtigsten Meilensteine

Crate.io war sehr schnell für internationale Investoren interessant, das bewiesen diverse Finanzierungsschübe. Zunächst kamen Investoren aus Großbritannien und Dänemark an Bord, dann folgte die Profit-Förderung. Im nächsten Schritt unterstützten Investoren aus den USA und Deutschland. „Jedes Mal, wenn wir eine Finanzierungsrunde abschließen, ist das ein wichtiger Meilenstein. Der erste große Schritt war allerdings, als wir nach einigen Jahren Entwicklung das ‚go-live‘ der ersten öffentlichen Version frei zum Download anbieten konnten. Seitdem sind rund 300 weitere Versionen gefolgt“, erzählt Christian Lutz. Ein weiterer großer Schritt war die Gewinnung eines großen Kunden aus dem Silicon Valley. „Der weltweit bekannte IT-Sicherheitsanbieter McAfee setzt uns seit vier Jahren als zentrale Datenbank in seinem Angebot ein“, so Lutz. Nicht zu vergessen die Series-A-Finanzierungsrunde mit elf Millionen Euro im Jahr 2018 und der Abschluss des ersten Kunden mit mehr als einer Million Auftragsvolumen pro Jahr ein Jahr später: „Kleinere, aber schöne Meilensteine sind die Anerkennungen unserer Entwicklung durch verschiedene Auszeichnungen, insbesondere als „Cool Vendors“ durch Gartner, dem wichtigsten Analystenhaus unserer Branche.“

Start im Vorarlberg und Berlin, dann über den großen Teich

Das Startup wächst schnell und kontinuierlich: Den ersten Büros in Dornbirn und Berlin folgen Niederlassungen in San Francisco, München und Wien. Berlin hat es den IoT-Pionieren dabei besonders angetan: „Die Stadt ist für uns nahe am Puls der digitalen Welt – was die Leute, das Angebot und den Spirit betrifft. Sie ist längst ein Magnet für innovative Menschen aus allen Kontinenten geworden, die hier leben wollen. Auch, wenn unsere Hauptkund*innen aktuell nicht dort sind, so finden wir in Berlin besonders viele potenzielle neue Mitarbeiter*innen“, betont Lutz. Die deutsche Hauptstadt biete zudem eine spannende Kombination aus beruflichen Herausforderungen, tollem Lebensraum und einer guten Work-Life-Balance. „Problematisch ist lediglich, dass die ‚Großen‘ – in der Regel amerikanische Internet-Konzerne – alles überrollen, den Platz einnehmen, Leute abwerben und somit für kleinere Startups und Firmen eine extrem starke Konkurrenz bilden.“

Bereits im Jahr 2017 erhielt Crate.io eine Projektfinanzierung der „ProFIT-Projektfinanzierung“ des Landes Berlin, das die Gründer nutzten, um ihr Kern-Produkt im Rahmen konkreter Kundenprojekte weiterzuentwickeln: „In der konkreten Arbeit mit und für Kunden sind Features entstanden, die nun vollintegrierter Bestandteil des Produktes sind. In Zukunft planen wir weitere vergleichbare Entwicklungen“, sagt Lutz. Zu seinen Vorstellungen, wo er Crate.io in fünf Jahren sieht, erklärt er: „Mein Ziel ist ein internationales Unternehmen mit 300-400 Mitarbeitern, welches mit ‚CrateDB‘ eine führende Lösung etabliert hat, um effiziente Anwendungsfälle für Big Data zu ermöglichen, und dies in jeder Cloud und am sogenannten Edge.“

„CrateDB“ überzeugt weitere Investoren

Im Juni 2021 verkündete Crate.io eine zusätzliche Finanzierung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar für die Datenbank „CrateDB“. Dies ist eine vollständig quelloffene, schnell skalierende Zeitreihen-SQL-Datenbank, die in der Lage ist, jede Sekunde Millionen von Datenpunkten aufzunehmen und abzufragen. Bestehende Crate.io-Investoren wie Draper Esprit, VITO Ventures und Flatz & Partners AG beteiligen sich zusammen mit ausgewählten Einzelinvestor*innen. Insgesamt hat das Unternehmen damit rund 31 Millionen US-Dollar eingesammelt, um „CrateDB“, die verteilte Open-Source-SQL-Datenbank für IoT- und Zeitreihendaten, weiterzuentwickeln.

Christian Lutz erläutert, warum das Unternehmen so interessant für Investoren ist: „,CrateDB‘ hat ganz zu Beginn ein paar grundsätzliche, einzigartige Architekturentscheidungen getroffen, welche es erlauben mit umfangreichen Datenmengen besonders schnell, kostengünstig und skalierbar umzugehen. Im Vergleich zum Wettbewerb benötigen wir weniger Computer-Leistung für schnellere Resultate mit umfangreichen Datenvolumina. Dazu haben wir die weltweit am meisten verbreitete Datenbank-Standardsprache ‚SQL‘ integriert, um den Nutzern den Umgang mit unserer neuen Technologie zu erleichtern.“

Produktionsprozesse in Echtzeit

„Unser Produkt ist auch deshalb so interessant, weil das Problem, das wir adressieren, also die Datenexplosion, speziell im Bereich Industrial Internet of Things (IIoT), noch ganz am Anfang steht. Dort gibt es weiterhin immenses Wachstumspotenzial, an dem wir teilhaben wollen, und damit auch die Investor*innen“, berichtet Christian Lutz. Zudem sei „CrateDB“ auf großes Datenvolumen optimiert, kostengünstig und unterstütze SQL. „Das sind entscheidende Vorteile“, so Lutz. „In der Praxis nehmen Unternehmen unsere Datenbank und bauen darauf ihre ‚Internet of Things‘-Plattform auf, machen Analysen mit Produktions-, oder Messdaten und überwachen Produktionsprozesse in Echtzeit mit Daten von hunderttausenden Sensoren. Ein Kunde beispielsweise überwacht und optimiert damit die Abfüllung von Getränkedosen mit vielen Millionen Stück pro Tag.“

Die zukünftigen Trends im Industriellen IoT

„Im Bereich IIoT wird es weiter zu großem Wachstum kommen, weil nun die Pilotprojekte in Produktion gehen, der Nutzen erkennbar wird und es zu einer Verbreiterung der Anwendungsfälle kommt“, weiß der Gründer. Ein wichtiger Trend sei, eine Strategie für einen globalen Data Hub für Industriedaten zu etablieren, so wie man das mit Wirtschaftsdaten im Datawarehouse macht. „Doch vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) muss investiert werden, weil da der nächste notwendige große Schritt in der Entwicklung passiert. Europa ist da noch nicht so gut aufgestellt. Das ist aber extrem wichtig, speziell, wenn wir mit China Schritt halten wollen, das im Bereich KI inzwischen führend ist, sowohl was Investments angeht als auch die Anzahl angemeldeter Patente. Es gibt also viel zu tun“, so Lutz.

Über Crate.io 

Crate.io ist der Entwickler von „CrateDB“, einer hochskalierbaren, verteilten Datenbank-Lösung, die Skalierbarkeit und Performance von NoSQL mit der Leistungsfähigkeit und Einfachheit von Standard-SQL verknüpft. Dafür entwickelt, um insbesondere IIoT- und Maschinendaten-Applikationen zu unterstützen, ist „CrateDB“ für Zeitreihen- und industrielle Daten optimiert und läuft in der Cloud auf Azure und Amazon sowie on the Edge und On-PremiseCrate.io wurde im Juni 2013 gegründet und ist von seinen Standorten in der USA, Deutschland, Österreich, der Schweiz und remote friendly weltweit tätig. Forbes hat Crate.io in die “Top 25 IoT Startups to Watch” gereiht. Gartner hat das Unternehmen als „Cool Vendor in Manufacturing Operations“ ausgezeichnet.