Buch- und Pressemarkt

Berlins hat sich zu einem Verlagsstandort mit Tradition und Zukunft entwickelt. Mit 10.000 Publikationen jährlich nimmt Berlins Buch- und Pressemarkt eine Vorreiterrolle ein.

Der Buch- und Pressemarkt Berlins – vielfältig und ausgezeichnet

Eine Vielfalt wie die des Buch- und Pressemarkt Berlins ist in keiner anderen Stadt Deutschlands anzutreffen. 

Berlin ist gemessen an der Zahl der in Berlin beheimateten Buchverlage und der Anzahl der von ihnen veröffentlichten jährlichen Neuerscheinungen mit Abstand die größte Verlagsstadt in Deutschland. Es sind kleine ambitionierte Verlage, die seit Jahrzehnten das Verlagsgesicht der Stadt mitprägen. Auch die international agierenden Wissenschafts- und Fachverlage sind wichtige Player im Markt. Autorinnen und Autoren zieht es nach Berlin; sie beeinflussen und prägen die gegenwärtige Literatur und Wissenschaft.

Der Berliner Pressemarkt gehört zu den dichtesten Medienmärkten Deutschlands. Viele Redaktionen und Nachrichtenagenturen haben ihren Sitz in der Hauptstadt.

Wie hat sich der Buch- und Pressemarkt Berlins entwickelt?

Buchmarkt Berlins (Stand 2015)

  • Rund 2.000 Unternehmen sind im Buchmarkt Berlins tätig, davon sind 190 Verlage sowie 1.300 selbständige Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
  • Im Buchmarkt wird ein Umsatz von 852 Mio. € erwirtschaftet, 5% mehr als 2014. Der Umsatz der Buchverlage Berlins liegt bei 511 Mio. €.
  • 8.700 Erwerbstätige sind im Berliner Buchmarkt beschäftigt. Allein bei den Verlagen arbeiten 4.150 Personen.
  • Insgesamt gibt es 280 Buchhandlungen und Antiquariate mit einem Umsatz von 203 Mio. €.

Pressemarkt Berlins (Stand 2015)

  • Auch im Pressemarkt Berlins gibt es rund 2.000 Unternehmen, davon über 250 Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sowie 1.300 selbständige Journalistinnen und Journalisten sowie Pressefotografinnen und –fotografen.
  • Der Umsatz beträgt 1,9 Mrd. €. Davon werden 1,68 Mrd. € von den Presseverlagen erwirtschaftet.
  • Von den 12.800 Erwerbstätigen im Pressemarkt sind 7.800 in den Verlagen beschäftigt.

Berlin – eine Stadt der Bücher

Berlin steht in der deutschen Verlagswelt an der Spitze. Mit 190 Buchverlagen in Berlin sind 9% der deutschen Verlage in der Hauptstadt angesiedelt, so viel wie in keiner anderen Stadt. Auch bei der Anzahl der Neuerscheinungen liegt Berlin mit 8.750 Erstauflagen in 2017 vorn.

Eine besondere Stärke sind die Wissenschafts- und Fachverlage, die auch im internationalen Markt erfolgreich sind. Bei den Publikumsverlagen sind neben renommierten Verlagsgruppen auch viele kleine unabhängige Unternehmen vertreten, die mit ihren literarisch wie graphisch ambitionierten Programmen den deutschen Buchmarkt bereichern. Mit ihrer erfolgreichen Arbeit konnten sie in den letzten Jahren viele Preise gewinnen.

Vielfältig ist auch das breite Angebot an Fach- und Spezialbuchhandlungen, die in solcher Dichte und programmatischer Auswahl in kaum einer anderen Stadt anzutreffen sind. Dafür wurden seit der erstmaligen Verleihung des Deutschen Buchhandelspreises 2015 über 30 Berliner Buchhandlungen in der Kategorie hervorragende Buchhandlung ausgezeichnet.

Mehr als 1.200 Autorinnen und Autoren sind in Berlin ansässig. Sie prägen das Bild der deutschen Gegenwartsliteratur. Renommierte Literaturpreise wie der Ingeborg-Bachmann-Preis oder der Georg-Büchner-Preis gingen in den letzten Jahren nach Berlin.

Die Digitalisierung hat in der Verlagsbranche neue Vertriebskanäle geschaffen und es entstanden neue Geschäftsmodelle. Beispielsweise das Vermieten und Streamen von E-Books und Hörbüchern. Neue Kommunikationsstrukturen entwickelten sich durch Facebook, neue Möglichkeiten der Verlagswerbung eröffneten YouTube oder die inzwischen breitflächige Nutzung von QR-Codes. Entscheidender als diese vielen technischen Neuerungen ist aber vermutlich die Änderung der Denkrichtung in den Verlagen in Berlin. Man geht heute nicht mehr vom gedruckten Buch als dem primären Format aus, sondern von seinem Inhalt, der in vielen verschiedenen Formaten ausgegeben werden kann. Längst sind reine E-Book-Verlage und Vertriebe entstanden.

Der Berliner Verlagspreis

Um die Bedeutung der kleinen unabhängigen Verlage für Berlin zu unterstreichen, wird 2018 erstmalig der Berliner Verlagspreis verliehen. Damit soll die Vielfalt der Berliner Verlagsbranche sowie das Buch gleichermaßen als Wirtschafts- und Kulturgut gestärkt werden. Um diese Doppelfunktion zu unterstreichen wird der Preis  gemeinsam von den Berliner Senatsverwaltungen für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Kultur und Europa vergeben.

Ausgezeichnet werden Verlage, deren Arbeit besondere Aufmerksamkeit und Förderung verdient. Der Preis wird an Belletristik- und Sachbuchverlage vergeben, die durch ihr herausragendes Programm und besonderer Buchgestaltung aus der Berliner Verlagslandschaft hervorstechen und deutschlandweit Beachtung finden.

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Zur Webseite des Berliner Verlagpreises. 

Berlin – eine Stadt der Presse

Über 50 deutsche und internationale Zeitungen sind mit eigenen Vertretungen in Berlin beheimatet. Dazu kommen noch zahlreiche Redaktionsbüros und nationale wie internationale Presseagenturen aus vielen Ländern mit Sitz in der Hauptstadt.

Die Leserschaft in der Hauptstadt kann zwischen insgesamt acht Tageszeitungen und mehreren Wochenzeitungen mit Redaktionssitz in Berlin wählen.

Der Berliner Pressemarkt gehört somit zu den führenden Medienmärkten Deutschlands:

  • Der Anteil am Deutschen Pressemarkt beträgt 11% bei den Unternehmen und 7% beim Umsatz.
  • 15% der in Deutschland ansässigen Journalistinnen und Journalisten und Pressefotografinnen und Pressefotografen wohnen in Berlin.

Zeitungs- und Zeitschriftenverlage haben im Zeitalter der Digitalisierung energischere Experimentierfreude bewiesen als die Buchverlage. Die Geschwindigkeit von Content-Produktion und Content-Vertrieb ist im Pressemarkt ungleich höher. Und im Unterschied zu den Buchverlagen erlösen Zeitungen und Zeitschriften einen erheblichen Teil ihres Umsatzes aus Werbung.

Das Internet stellt die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage deshalb vor wesentlich schwierigere Herausforderungen als die Buchverlage. Es sind vor allem vier Bereiche, in denen die digitale Zukunft des Pressemarktes geschmiedet wird:

  • die Erstellung journalistischer Inhalte
  • der Vertrieb dieser Inhalte
  • der Verkauf von Werbung
  • die komplette Neuausrichtung der Unternehmensstrategie und deren Steuerung; dazu zählt auch die Eroberung neuer Geschäftsfelder.

Berliner Pressehäuser spielen bei der Entwicklung des Pressemarktes an vielen Stellen eine Vorreiterrolle.

Sylvia Fiedler
Sylvia Fiedler

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