Film- und Rundfunkwirtschaft

Dank bester Produktionsinfrastruktur und Förderbedingungen steht Berlin an der Spitze der Film- und Fernsehstandorte Deutschlands.

Filmwirtschaft und Rundfunkwirtschaft

Die Hauptstadtregion übt auf Produzenten aus aller Welt eine starke Anziehungskraft aus. Mit über 5.300 Drehtagen in 2018 erreichte die Region erneut einen Rekord. Unter den jährlich ca. 250 Produktionen sind eine ganze Reihe internationaler Großproduktionen und Serien entstanden – zuletzt mit "Una Mujer Fantastica“ sogar der Oscar-Preisträger für den besten ausländischer Film 2018. In 2019 gehen 5 Medienboard-geförderte Filme ins Rennen um die begehrten Oscars.

In 2018 wurden unter anderem in Berlin und Umgebung das „Charlie's Angels"-Remake von Elizabeth Banks und Elizabeth Cantillon gedreht, letztere produzierte bereits im Frühling „The Girl in the Spider’s Web“ mit Serienstar Claire Foy. Weitere erfolgreiche Filme made in Berlin-Brandenburg: »Cloud Atlas« (Tom Tykwer), »Inglourious Bastards« (Quentin Tarantino), »Grand Budapest Hotel«/„Isle of Dogs“ (Wes Anderson), „Bridge of Spies“ (Steven Spielberg), „Radegund“ (Terrence Malick), „The Hunger Games – Mockingjay“, „Submergence" (Wim Wenders) sowie “The Square“ (Gewinner Goldene-Palme 2017, Oscar Nominierung 2018).

Video on Demand gewinnt weiter an Bedeutung und damit auch die Produktion von (HighEnd-)Serien für Amazon, Netflix, Sky und Co. Mit „Babylon Berlin“, "Bad Banks", „Dark“, "Acht Tage", „Counterpart“ und „Spides“ entstanden in 2018 in Berlin und Umgebung Erfolgsserien sowie deren Fortsetzungen. Weitere Serien-Highlights der letzten Jahre mit Berlin als Hauptrolle sind: „Beat“, „You are wanted“, „Dogs of Berlin“, sowie die Fortsetzungen von „4 Blocks“, „Deutschland 86“ und die internationale Serienproduktion „Berlin Station“.

Für zusätzliche Akzente im Bewegtbildmarkt sorgen neue Contentproduzenten für Web-TV und Videoportale, darunter das Collective Studio71, Divimove und das YouTube Kollektiv 301.

Darüber hinaus werden u.a. in Berlin TV-Formate produziert, wie das tägliche Deutsche Welle Lifestyle-Magazin „Euromaxx“, die wöchentlichen Polit-Talks „Anne Will“, „hart aber fair“ und „Unter den Linden“, sowie die saisonalen Shows „Der Quiz-Champion“, „Ich weiss Alles“, „klein GEGEN GROSS“, „Voice of Germany“, „Promi Big Brother“ und „Willkommen bei Mario Barth“.

Dank der guten Produktionsinfrastruktur und Förderbedingungen verwundert es nicht, dass Berlin mit über 4.115 Unternehmen und rund 35.700 Erwerbstätigen unangefochten an der Spitze der Film- und Fernsehstandorte in Deutschland steht. Darüber hinaus liegt Berlin, laut Produzentenstudie 2018, bei den wichtigsten Standortfaktoren wie Verfügbarkeit von Fachkräften, Personalkosten, Miete und Lebenshaltung nach wie vor an erster Stelle der führenden deutschen Produktionsstandorte. Unschlagbar ist die Hauptstadtregion zudem bei Drehorten, der Internationalität sowie der engen Verzahnung mit weiteren Unternehmen der Medien-, Kreativ- und Kulturbranche.

Der Umsatz der Branche lag 2016 bei rund 2,2 Mrd. Euro.

  • 18% der Unternehmen der nationalen Film- und Fernsehwirtschaft sind in Berlin ansässig
  • rund 8% des Umsatzes der nationalen Film- und Fernsehwirtschaft wird in Berlin erwirtschaftet, Tendenz steigend
  • knapp 10% der Erwerbstätigen der Film- und Fernsehwirtschaft deutschlandweit arbeiten in Berlin

Berlin ist im Filmbereich, auf Produktionsseite und beim Pool kreativer Talente im Bereich Schauspiel, Regie und Drehbuch sowie bei der Kinodichte extrem gut aufgestellt. Mit rund 930 Produktionsfirmen steht Berlin an der Spitze der Produktionsstandorte in Deutschland und ist zugleich Sitz einer großen Zahl von unabhängigen Produzenten. Zu den wichtigen Fernsehproduzenten gehören u. a. die UFA-Gruppe, Ziegler Film, NFP sowie Studio Adlershof. Auch die Riege der Filmproduzenten – darunter Barefoot Films und X Filme – steht gleichermaßen für Publikumserfolge wie auch wirtschaftliche Erfolge. Außerdem profitiert der Filmstandort Berlin von der engen Vernetzung zwischen Produzenten, technischen Dienstleistern und Studios. Mit RISE FX und Trixxter haben zwei führende VFX-Firmen einen Sitz in Berlin und designen an der Spree Special Effects für deutsche Serien wie auch Hollywood Blockbuster.

Der Filmverleih ist als Vermarkter ein wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette. Neben der Wild Bunch AG, der StudioCanal Gruppe und Niederlassungen international agierender Verleihfirmen, wie Sony Pictures oder Deutsche Columbia Pictures, sind starke unabhängige Verleiher wie X-Verleih, Tobis, Delphi, DCM, Salzgeber und Piffl im Arthouse-Segment aktiv.

Mehr zum Film- und Fernsehstandort Berlin finden Sie in der Kurz-Info.

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Christopher Hohage
Christopher Hohage

Film- & Fernsehwirtschaft; Medien-, Technologie- und Gameswirtschaft

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